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Verdes Anos, Coimbra Fado

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Verdes Anos, Coimbra Fado. Musik-CD, Spielzeit ca. 54 Minuten.

Inhalt

  1. Verdes Anos
  2. Primeira Afinacao
  3. Querida Flora
  4. Pomba Serena
  5. Fado Hilario
  6. Saudades de Coimbra
  7. Samaritana
  8. Cancao do Alentejo
  9. Asas Brancas
  10. Variacoes em La Menor
  11. Caminhada
  12. Traz Outro Amigo Tambem
  13. As Pombas
  14. Trova do Vento que Passa
  15. Variacoes em Si menor
  16. Ave Maria
  17. Saudadinha
  18. Adeus Se Velha
  19. Balada da Despedida do 6 Ano Medico de 1958

Ich vermag den typischen Klang nicht zu beschreiben, aber ich behaupte, ihn schon nach wenigen Tönen zu erkennen.
Fado – von lat. fatum = Schicksal, also etwa »Schicksalslied« – ist eine speziell portugiesische Form des Volksliedes, die nicht allein im Kernland, sondern auch auf Madeira und in den ehemaligen Kolonien gepflogen wird. Er entwickelte sich während des 18. Jh. in den Elendsvierteln von Lissabon und hat seine Wurzeln wohl in der Musik der Mauren, also der arabischstämmigen Bevölkerung der iberischen Halbinsel. Schon im 19. Jh. eroberte er auch die Salons der Oberschicht und wurde im 20. Jh. konzertfähig. Als »Königin des Fado«, der üblicherweise von der Gitarre begleitet wird, galt Amália Rodriguez (1920–1999); heute genießen die Sängerinnen (fadistas) Ana Moura (*1979) und Mariza (eig. Marisa dos Neis Runes; *1973) dieses ehrenhafte Prädikat. Unter den Männern kommt Alfredo Maceneiro (1891–1982) und dem 75jährigen Carlos de Carmo ein legendärer Ruf zu. Mit neuen Texten, Melodien und instrumentalen Mitteln bringt – bei den Puristen nicht unumstritten – seit Jahrzehnten die grazile Misia (eig. Susana Maria Alfonso de Aguiar; *1955) diesen Musikstil auf die internationalen Podien, der 2011 in die UNESCO-Liste des »immateriellen kulturellen Erbes« (intangible cultural heritage) aufgenommen wurde.
Der Fado, auch als »Blues von Portugal« bezeichnet, hat einen Anklang von Melancholie, viele Lieder sind in Moll-tönen gehalten, er wird mit leichtem Vibrato in der Stimme vorgetragen und singt von vergangener Schönheit und Glück, von verlorener Liebe, erlebtem Leid und drängender Sehnsucht. Fado, so sagen die Portugiesen, ist die Musik der saudade, ein Wort, das sich in seiner tiefsten Bedeutung am ehesten mit Weltschmerz übersetzen lässt und 2007 vom Berliner Institut für Auslandsbeziehungen unter die »zehn schönsten Wörter der Welt« aufgenommen wurde. Er beginnt immer ruhig, steigert sich langsam zu höchster Intensität und bricht dann jäh ab.
Dem klassischen Fado, dem von Lissabon über die portugiesischen Städte ausgehenden Fado Vadio (etwa: streunender Fado), steht die Sonderform des Fado de Coimbra (auch Canção de Coimbra) gegenüber, die zwar auch von außen hierher kam, sich aber mit lokaler Liedtradition verband und ausschließlich von Studenten gesungen und weiterentwickelt wurde.
Coimbra war im 12. und 13. Jh. Portugals erste Hauptstadt. Mit dem Gründungsjahr 1290 ist die hiesige Universität (Universidade de Coimbra) eine der ältesten der Welt und dominiert bis heute das Erscheinungsbild der 140.000-Einwohner-Stadt am Rio Mondego in Zentral-Portugal (Região Centro). Sie umfasst etwa 2.000 Mitarbeiter für rund 25.000 Studenten an acht Fakultäten; ihr Altbau, der ehemalige Königspalast mit der barocken Biblioteca Joanina, liegt auf dem höchsten Punkt der Stadt und zählt seit 2013 zum offiziellen Weltkulturerbe.
Der hiesige Fado ist integrierter Bestandteil des akademischen Lebens. Nach der Tradition wird er nur von Männern gesungen, die dazu den traje académico anlegen, die dreiteilige, aus Hose, Mantel (capa negra; auch als Fahne der Freiheit apostrophiert) und Hut bestehende rein schwarze Tracht der Studenten, die auch außerhalb des Gesanges getragen werden kann und die, so heißt es, jeder Student von Coimbra besitzt. Für die musikalische Begleitung werden die klassische Gitarre, die Laute (portugiesische Gitarre) und manchmal auch die Viola verwendet. Die Instrumente sind etwas tiefer gestimmt als beim Fado von Lissabon und die Darbietung ist leiser und lyrischer als bei jenem. Die meist strophig gegliederten Lieder (baladas) haben einfache Melodien, um die literarische Qualität der Texte umso stärker zu betonen. Diese Texte sind Liebes- und Trinklieder, besingen die Stadt und ihre alltäglichen Probleme, soziale Sorgen, die Sehnsucht nach der fernen Familie, verspotteten die Professoren, erfuhren aber in den letzten Jahren der Diktatur, also den 60er- und frühen 70er-Jahren des 20. Jh., auch eine starke politische Vertiefung, wobei durchaus Gegensätze zwischen politisch konservativen und linken Studenten artikuliert wurden. So wurde der Fado auch zum Protestsong, zum Ausdruck des Widerstandes der Studenten, wie dies in Deutschland zur Zeit der Demagogenverfolgungen und der bürgerlichen Revolution gegeben war. Es kommt auch vor, dass Studienjahrgänge ihren eigenen, sachbezogenen Fado erfinden, eine Art Jahrgangshymne. So traditionsreich der Fado auch ist, geschichtslastig ist er nicht.
Studentischer Fado wird streng genommen nur in der Nacht gesungen, sei es auf den Studentenbuden, sei es auf öffentlichen Plätzen, vor den Kirchen oder unter den Fenstern der Mädchen – diese alte Form der Serenade für eine Angebetete nach Weise der Troubadours ist tatsächlich bis heute populär, eine Art akademischer Minnegesang.
Zweimal im Jahr finden große Studentenfeste statt, die von der Akademischen Vereinigung von Coimbra (Associação Académica de Coimbra [AAC; gegr. 1887]) organisiert werden: Die Queima das Fitas (Brennen der Bänder) im Mai dauert acht Tage und ist eines der größten Studentenfeste Europas. Ihren Namen hat sie vom rituellen Verbrennen der (Fakultäts-)Bänder der Studienabgänger, was die Befreiung vom akademischen Joch parodieren soll. Dabei wird viel Bier getrunken und viel Fado gesungen, vor allem beim großen Konzert vor der Kathedrale, wobei es nicht üblich ist, Applaus zu geben. Ähnliches geschieht bei der Festa das Latas (Fest der Dosen; Büchsenfest) im Oktober, die den Erstsemestrigen gewidmet ist, die sich dabei die Körper bemalen und an langen Schnüren Dosen lautstark durch die Stadt ziehen. Augenzeugen berichten, dass diese südländischen Feste recht zügellos verlaufen und das städtische Leben völlig vereinnahmen. Sie hinterlassen Spuren, die am nächsten Tag nicht zu übersehen sind, doch wird das von der Bevölkerung mit großer Gelassenheit als regelmäßig wiederkehrende Normalität hingenommen und als Teil des Lokalkolorits nicht in Frage gestellt.
Zu den bekanntesten Fado-Liedern gehören der Fado hilário (Urkomischer Fado), die Samaritana (Die Samariterin), Abril Em Portugal (April in Portugal) oder O meu menino ist oiro (Meine Jugend ist golden), besonders aber die Balada da Despedida (Abschiedsballade), mit der viele Konzerte enden. Sie singt von der Sehnsucht nach Coimbra, das zu verlassen man gerade im Begriff ist, und wird daher von den Universitätsabgängern mit besonderer Inbrunst gesungen. »Coimbra bezaubert am meisten in der Stunde des Abschieds« heißt es darin, und das Publikum stimmt in diese Zeilen oft tränenreich mit ein. Fado ist eben für Sänger wie Zuhörer auch ein tief emotionelles Erlebnis.
Zahlreiche Fado-Gruppen gibt es in Coimbra, das bis 1911 die einzige portugiesische Universitätsstadt war und deshalb ein besonderer Traditionsträger ist. Für viele Generationen blieb und bleibt mit dem Klang des Fado die Erinnerung an die Studentenzeit verknüpft. Unter der Schirmherrschaft des AAC, dem alle Studenten angehören, kann man sich im Fado ausbilden lassen, und etliche Gruppen haben mit ihren öffentlichen Auftritten längst halbprofessionellen Charakter gewonnen. Dabei verteidigen die Männer mit Vehemenz ihr Privileg: Als einmal eine weibliche fadista (der Begriff gilt auch für die Männer) eine CD mit Fados de Coimbra aufnehmen wollte, fanden sich dreihundert Fado-Sänger zu einer öffentlichen Demonstration zusammen. Und als der Rektor in den Konflikt eingriff und der Dame die Erlaubnis für ihre Produktion erteilte, legten sie ihm nächtens einen abgeschnittenen Eselskopf vor die Türe.
»Der Fado soll die Studenten durch die Universität begleiten« heißt es in Coimbra, und dieses Diktum bestätigt sich Jahr für Jahr eindrucksvoll. Aus der Fülle von Aufnahmen können wir unseren Lesern jene der seit 1996 bestehenden Gruppe Verdes anos (Grüne Jahre) aus dem Jahr 2008 empfehlen. Sie enthält 19 Stücke, darunter auch den Fado hilário, die »Samariterin« und die Abschiedsballade, drei davon rein instrumental. Das booklet ist auch in deutscher Sprache abgefasst, bedauerlicherweise sind aber die Liedertexte nur im portugiesischen Original wiedergegeben.

aus: SK 2/2014 – R.L.

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